Gottesdienst
Termine

Die Gottesdienste beginnen in der Regel

jeweils um 10 Uhr und an jedem 2. Sonntag im Monat um 18 Uhr

(oder sind anders gekennzeichnet)

Die Namen der Sonntage und die Predigttexte finden sich hier

Den üblichen Ablauf, wie er in der Kirche zum Mitlesen ausliegt, finden Sie hier.

Juni

19.6., Kirchencafé, P. Thielko Stadtland, KiGo

26.6. P. Thielko Stadtland, Verabschiedung Sonja Jacobsen, Chor "Song of Joy"

 

Juli

3.7., AB, P. Thielko Stadtland

10.7., 18 Uhr, JuGo, Diakonin Rohn + Team, Begrüßung neue Konfis

17.7., Kirchencafé, Pröpstin Malve Lehmann-Stäcker, KiGo

24.7., Pn. Anja Stadtland – OpenAir auf dem Holländerhof

31.7., Diakonin Katharina Rohn

 

August

7.8., AB, Pastor Dirk Maleska

14.8., 18 Uhr, Dagmar Demski

21.8., Kirchencafé, Pröpstin Malve Lehmann-Stäcker

28.8., P. Thielko Stadtland – Aussendungsgottesdienst n. Ascheberg

 

September

4.9., AB, Klaus von Gadow

 
Kindergottesdienst

Kinderkirche

Einladung zum Kindergottesdienst!

Jeden 3. Sonntag im Monat findet in Adelby parallel zum Gottesdienst der Kindergottesdienst statt. Wir beginnen um 10:00 Uhr gemeinsam in der Kirche und gehen dann ins Gemeindehaus. Dort wird gesungen, gebetet, eine Geschichte erzählt, gebastelt und gespielt. Ein engagiertes Team freut sich auf alle Kinder, die schon zuhören können!

Im Namen des Teams Kerstin Schroer

Die nächsten Termine sind:

19. Juni 2016

17. Juli 2016

Der Augusttermin fällt wegen der Sommerferien aus!

 
Andachten in der Seniorenresidenz am Gutshof

HeimandachtIn der Seniorenresidenz, Hofallee 6a, in Sünderup feiern wir jeden letzten Donnerstag eines Monats um 10.30 Uhr eine Andacht. Es kommen immer zwischen 20-30 Menschen, so dass eine schöne Gemeinschaft entsteht. 2-3 Mal im Jahr feiern wir gemeinsam Abendmahl.

Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, Frau Steffens, die Klavier spielt, und mich zu begleiten.           Ihr Pastor Thielko Stadtland

 
Taufe

Das Taufbecken

"Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben" (Johannesevangelium 8,12)

Die Taufe ist ein wunderbares Fest. Ein Mensch dankt für das Geschenk seines Lebens (oder die Eltern tun dies stellvertretend) und bekennt seinen Glauben. In der Taufe wird nun sichtbar für alle etwas neues begonnen. Der Glaube an Gott soll wachsen und in die Gemeinschaft der Kirche hineinführen, die sich gegegnseitig immer wieder stärkt.

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Was bedeutet Gottesdienst

„Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen!“ (Mt 18,10) Der Gottesdienst in der Gemeinde

 

Seit fast 2000 Jahren versammeln sich Christinnen und Christen in Gottesdiensten, um Gottes Gegenwart zu spüren, zu feiern und weiterzugeben.

Eine lange Tradition, ein langer Weg bis heute, bis in das Jahr 2014, in dem wir immer noch genau dasselbe tun, jeden Sonntag. Und doch hat sich vieles gewandelt in den Zeiten. Anpassung, Pragmatik und Zeitgeist prägen die Praxis des Gottesdienstes und haben das seit jeher getan. Der „normale“ Gottesdienst hat – aus gutem Grund – viele Elemente bewahrt, jedenfalls in unserer Gemeinde. Einige Gemeinden haben Gottesdienstreformprozesse in Gang gesetzt und ihre Gottesdienstordnung neu verfasst. Gewinn oder Verlust? Die Meinungen gehen bei dieser Frage weit auseinander. Wie der Gottesdienst gefeiert wird und welchen Stellenwert er im Gemeindeleben hat, sagt auch immer etwas über die Gemeinde als Ganze aus. Gerne möchte ich deshalb in den Gottesdienst einführen

Anfangen möchte ich in dieser Ausgabe mit der Frage: Was ist eigentlich ein Gottesdienst und was feiern wir?

Bei der Einweihung der Torgauer Schlosskirche im Jahr 1544 bringt Martin Luther auf eine kurze Formel, was im Gottesdienst passiert: In einem Gottesdienst soll nichts anderes geschehen, als „dass unser lieber Herr mit uns rede durch sein heiliges Wort und wir wiederum mit ihm reden in Gebet und Lobgesang“.

Im Gottesdienst geschieht konkrete Gegenwart Gottes. Gott wird ansprechbar, unsere Stimmen finden Gehör. Eine Audienz, sozusagen. Die weihnachtliche Botschaft, dass Gott Mensch wird auf Erden, greifbar und gegenwärtig, wird aktualisiert in jedem Gottesdienst. Gott löst das Versprechen seiner Gegenwart ein. Das heißt, in der gottesdienstlichen Gemeinschaft entsteht ein Gespräch zwischen Gott und Mensch. Es ist keine Einbahnstraße, auf der wir Menschen versuchen, das Ziel – Gott – zu erreichen, sondern Gott kommt uns entgegen in dem, was wir in einem Gottesdienst miteinander tun: Beten, Singen, biblische Texte lesen und verstehen, Gemeinschaft erleben im Abendmahl. Das ist ein Geschenk. Gott ist da und wir sind da – das ist ein wahrer Grund, um zu feiern und unser ganzes Menschsein vor Gott zu bringen.

In jedem Gottesdienst kommt die Gemeinde Gottes zusammen. Und zwar die wenigen stellvertretend für die ganze Gemeinde. Denn: als Gottesdienstgemeinschaft verbinden wir uns mit den Christinnen und Christen der Welt über die Kirchenmauern hinaus. Und die Gemeinde verkörpert nichts weniger als Jesus Christus selbst. Indem wir zusammen Gottesdienst feiern, wird Jesus Christus lebendig unter uns. Denn Jesus sagt: „Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.“ Und im Korintherbrief heißt es: „Ihr seid der Leib Christi. Und jeder von euch ein Glied.“ Wir sind nicht von Christus zu trennen und in ihm sind wir als viele Glieder des einen Leibes auch nicht zu trennen. Im Gottesdienst wird das besonders greifbar und spürbar, wenn wir Abendmahl feiern und als Gemeinschaft Brot und Kelch teilen.

Wenn wir also sonntags Gottesdienst feiern, aktualisiert sich die Gemeinschaft der Glaubenden und wird ganz konkret erfahrbar. So soll es sein!

Insofern ist die Zeit des Gottesdienstes eine besondere Zeit im Alltag. Im günstigen Fall ist diese Zeit Kraftquelle und macht uns zu Kraftquellen für die, die unsere Nächsten sind.

Doch ist der Gottesdienst nicht beschränkt auf die eine Stunde am Sonntag. Wenn wir hinausgehen aus dem Gottesdienst in die Welt mit dem Segen Gottes im Gepäck und den Dienst, den Gott an uns getan hat, weitertragen in die normale Zeit des Alltags, bekommt der Begriff „Gottesdienst“ eine große Weite. Das bedeutet nämlich, dass der Gottesdienst immer geschieht, wenn wir im Alltag im Glauben leben, ihn laut oder leise bekennen und dem Geist Gottes Raum geben in der Welt. Um dann – am folgenden Sonntag – die Welt mitzunehmen in den Gottesdienst, um erneut ins Gespräch zu kommen mit Gott.

 

Der Gottesdienst in der Gemeinde (Teil 2)

Historische Streiflichter – 2000 Jahre Gottesdienst

In diesem zweiten Teil zum Gottesdienst in der Gemeinde möchte ich einen Blick werfen auf unsere 2000 Jahre alte Tradition, Gottesdienst zu feiern. Unser Gottesdienst mit seiner Liturgie, seinen Inhalten und mit dem dahinter liegenden Interesse der Menschen, Gott in Gemeinschaft nahe zu sein, ist ja nicht vom Himmel gefallen.

Im Neuen Testament gibt es keinen Begriff für den Gottesdienst als Zusammenkunft von Glaubenden an einem bestimmten Ort. Wenn von „Gottesdienst“ die Rede ist, dann ist es eine Aufforderung, das ganze Leben als Gottesdienst zu gestalten. Insofern kann der Begriff nicht auf unsere heutige Vorstellung vom Gottesdienst in der Kirche übertragen werden. Das, was wir heute „Gottesdienst“ nennen und damit meist so etwas verbinden wie „immer sonntags um 10“ mit festem Ablauf oder eben ganz konkret den Gottesdienst in anderer Form (Taizé-, Jugend- oder Familiengottesdienst), hat sich aus verschiedenen Traditionen heraus entwickelt.

Formen und Orte des Gottesdienstes waren schon im Urchristentum nicht einheitlich. Die Anhänger Jesu trafen sich im jüdischen Tempel zum Gebet, trafen sich in den Synagogen und kamen aber vor allem in den Häusern zusammen. Paulus beschreibt die Offenheit des Zusammenkommens der Christen: „Wenn ihr zusammenkommt, so hat ein jeder einen Psalm, er hat eine Lehre, er hat eine Offenbarung, er hat eine Zungenrede, er hat eine Auslegung. Lasst es alles geschehen zur Erbauung.“ (1. Kor 14, 26)

Der eigentliche Raum, wo sich der urchristliche Gottesdienst entwickelte, war wohl das Haus als wichtigster Ort menschlicher Begegnungen. Die gemeinsam gehaltene Mahlzeit vor allem am Abend war von Riten begleitet. In Anlehnung an jüdische Bräuche waren feste Gebete, der Segen über Wein und Brot und theologische Lehrgespräche feste Bestandteile solcher Zusammenkünfte, Sie dienten der Vergewisserung im Glauben an Gott und der Feier der Begegnung mit Christus. 

So kann das Abendmahl als Grundstein für eine liturgische, also gottesdienstliche Praxis, gewertet werden, die sich aus der Mitte der Gemeinde entwickelt hat.

Lange hat sich der Schwerpunkt auf dem Abendmahl gehalten. Im zweiten Jahrhundert bekam die Abendmahlsfeier diakonischen, also helfenden Charakter. Die „Gabenbereitung“ war verbunden mit der Sammlung einer Naturalkollekte, das heißt von Nahrungsmitteln für die Bedürftigen in der Gemeinde. Feierabendmahle auf Kirchentagen, die immer auch verbunden sind mit dem Thema der Verantwortung für die 'Eine Welt' haben hierher ihre Impulse.

Die gemeinschaftlichen Aspekte der gottesdienstlichen Abendmahlsfeier gingen dann bis zum Mittelalter verloren. An ihre Stelle trat die Vorstellung, dass die Eucharistie eine heilige Handlung ist und der Opfertod Christi im Mittelpunkt steht. Der Gottesdienst wurde zur Großveranstaltung im Tempel, was sich auch an der Kunst des Kirchenbaus mit ihren monumentalen Räumen ablesen lässt. Außerdem wurde der Gottesdienst im späten Mittelalter als Möglichkeit gesehen, sich sein Seelenheil zu verdienen. Die Verzweckung des Gottesdienstes war für Martin Luther Anlass, gegen diese lateinische Messe zu protestieren und seine Vorstellung vom Gottesdienst in die Öffentlichkeit zu tragen.

Luther, der davon überzeugt war, dass der Mensch zu seinem Heil nichts selbst beitragen kann, sondern dass es ein reines Geschenk Gottes ist, sah auch den Gottesdienst als eine Gabe Gottes zugunsten des Menschen an. In den Lesungen, der Predigt und dem Abendmahl nimmt die Gabe Gottes konkret Gestalt an. Seine Gottesdienst-Ordnung gibt der Verkündigung des Wortes Gottes einen zentralen Stellenwert. Die Lesungen sollten in deutscher, nicht mehr in lateinischer Sprache gehalten werden. Außerdem machte Luther die Beteiligung der Gemeinde stark. Deutsche Lieder rückten in den Horizont auch der musikalischen Gestaltung. Alle konnten mitsingen. Der Gottesdienst sollte verständlich, erbaulich und bildend sein – eben am Menschen orientiert.

Im 16. und 17. Jahrhundert bekam der Gedanke der Belehrung und Erbauung ein starkes Gewicht. Friedrich Schleiermacher, einem Theologen des 19. Jahrhunderts, ist es zu verdanken, dass vor allem der Charakter der Feier ins Zentrum der Gottesdienstgestaltung rückt. Gottesdienst wurde verstanden als etwas, das zweckfrei aus dem Alltag herausgenommen ist, nicht über den kulturellen und religiösen Bedürfnissen des Menschen schwebt, sondern mit diesen in den Austausch zu bringen ist.

Wie weit dieser Anspruch umgesetzt wird, an dieser Frage zerbrechen sich noch heute Gottesdienst-Ausschüsse die Köpfe. Altes bewahren oder Neues wagen – diese zentrale Frage steht im Hintergrund, wenn Gemeinden sich heute an die Erneuerung von Gottesdienst-Abläufen heranwagen.

Das aber ist unsere Aufgabe, uns immer wieder mit dem auseinanderzusetzen, was wir tun, wenn wir Gottesdienst feiern, und ich bin dankbar dafür, denn je mehr sich zu Wort melden und die Auseinandersetzung mit ihrer Meinung befruchten, desto lebendiger und lauter wird das Wort Gottes zu hören sein. Nur wenn wir uns klar sind und klar entscheiden, was wir tun im Gottesdienst, können wir eine liturgische Beliebigkeit verhindern. Gottesdienst ist Heimat und braucht vertraute Elemente, und Gottesdienst ist Feier des Lebens und braucht Ausdrucksformen für eben genau diese Lebendigkeit!

 

Pastorin Anja Stadtland

 

Der Gottesdienst in der Gemeinde (Teil 3):

Wie feiern wir Gottesdienst? – Beobachtungen aus der Kirchenbank

Es ist Sonntag. Heute gehe ich mal wieder in den Gottesdienst. Das letzte Mal ist lange her, zwischendurch war ich – im Urlaub – auch mal in einer anderen Gemeinde. Da war einiges gleich, einiges aber auch ganz anders. Heute also in Adelby. Die Glocken habe ich schon gehört.“

Die Glocken: Sie sind Signal für alle: Jetzt ist Gottesdienst, und die Glocken sind ein Weckruf, die Aufforderung, sich auf den Weg zu machen. Das hat historische Wurzeln. Damals, als die Menschen keine eigenen Uhren hatten, gab das Geläut eine Orientierung loszugehen, je nach Entfernung des Wohnortes von der Kirche.

Ich betrete die Kirche und suche mir einen Platz. Wo kann ich die Kanzel gut sehen, wo blendet mich das Morgenlicht nicht. Ich setze mich, vor mir liegt ein Gesangbuch und ein Heft zum Ablauf, ein „Fahrplan“. Damit ich weiß, was wann passiert. Das beruhigt mich. Die Orgel setzt ein, der Pastor kommt und nimmt vorne Platz.“

Musik im Gottesdienst: Die Orgel war ursprünglich ein Prozessionsinstrument, begleitete den Einzug von Herrschern. Heute unterstreicht die Orgel das Thema des Sonntags. Einzugs- und Auszugsmelodie haben Einfluss auf die Stimmung der Besucher. Der Kantor oder die Organistin der Gemeinde sucht meist gemeinsam mit dem Pastor/der Pastorin passende Lieder aus. Insgesamt kann die Musik uns im Gottesdienst in Bewegung bringen, Gefühle wecken oder zum Ausdruck bringen.

Teil 1: Eröffnung und Anrufung

Nun geht es los. „Im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.“ Das sind die ersten Worte, die der Pastor an uns richtet. Dann erst begrüßt er uns persönlich. Der 3. Sonntag nach Trinitatis ist heute. Ich erfahre, worum es gehen wird.“

Votum und Begrüßung: Der Gastgeber der gottesdienstlichen Feier ist nicht der Pastor, nicht die Gemeinde, sondern Gott. Das Votum unterstreicht das. Gott ist da, und Gottes wegen sind wir hier. Außerdem erinnert es die Gemeinde in den ersten Minuten des Gottesdienstes an die eigene Taufe. Die meist freie Begrüßung, die sich anschließt eröffnet dann den thematischen Horizont des Sonntags. Die Begrüßung soll einstimmen, Lust machen, aber nicht schon die Pointe verraten.

Nach dem ersten Lied fordert uns der Pastor auf, mit ihm im Wechsel einen Psalm zu sprechen. Darum sind Zeilen im Text voneinander unterschieden. Nach dem Psalm folgt der Gesang, „Kyrie Eleison ...“ was ich ziemlich kompliziert finde. Pastor und Gemeinde wechseln sich ab. Jedesmal frage ich mich: Warum machen wir das?“

Kyrie und Gloria: „Kyrios“ ist Griechisch und heißt „Herr“. Gott, der Herr, wird angerufen. Mit leeren Händen stehen wir vor ihm und bitten um sein Erbarmen. „Allein Gott in der Höh' sei Ehr“ - mit diesem gesungenen Gloria/Jubel stimmt die Gemeinde in den Gesang der himmlischen Chöre ein. Kyrie und Gloria verbinden am Beginn des Gottesdienstes sowohl Not und Angst als auch Freude und Zuversicht im Glauben. Darauf folgt das sogenannte „Tagesgebet“, in dem der Pastor formuliert, mit welchen Anliegen, Hoffnungen und Nöten wir vor Gott treten in diesem Gottesdienst. Es schließt den Eröffnungsteil des Gottesdienstes ab und dient dazu, dass die Menschen ankommen, bei sich, in der Kirche und natürlich in ihrem Gespräch mit Gott. So bildet es den Übergang zu dem nächsten Teil im Gottesdienst, der geprägt ist durch das Hören des Wortes Gottes, der biblischen Texte, ihrer Auslegung (Predigt) und dem Bekenntnis des Glaubens.

Teil 2: Verkündigung

Jetzt erhebt sich jemand anderes, nicht der Pastor. Auf dem Stehpult liegt ein Buch, aus dem wird vorgelesen. Dazu sollen wir aufstehen. Zwei Texte aus der Bibel höre ich, dazwischen gibt es Gesang, den offenbar alle auswendig können. Ich nicht ... Aber nach der zweiten Lesung folgt das Glaubensbekenntnis. Das kann ich ... Danach setzen wir uns wieder. Es folgt ein Lied.“

Lesungen: Für unseren Gottesdienst in Adelby sind 2 Lesungen vorgesehen (außer wenn es Taufen gibt oder Abendmahl gefeiert wird). Die Texte sind vorgegeben. Für jeden Sonntag gibt es einen Text aus den Briefen (Epistel) oder aus dem Alten Testament und aus einem der vier Evangelien. Manchmal ist darunter der Predigttext. Das Wort Gottes wird hörbar, der alte Text wird beim Vorlesen zu neuem Leben erweckt und wird gegenwärtig. Wenn man genau hinhört, kann man einen inhaltlichen Zusammenhang der einzelnen Texte feststellen. Denn die Zusammenstellung ist nicht willkürlich, sondern hat das Ziel, dem Sonntag ein inhaltliches Proprium, ein Motto, zu verleihen. Das Evangelium wird gerahmt durch den Gesang der Gemeinde. Jesus, der durch das Evangelium zur Gemeinde „kommt“ wird begrüßt: „Ehre sei dir Herre!“ und gepriesen „Lob, sei dir oh Christe!“

Mit dem sich anschließenden Glaubensbekenntnis antwortet die Gemeinde auf das Evangelium und vergewissert sich der Inhalte ihres Glaubens. Durch diesen Text verbinden sich die Christinnen und Christen der ganzen Welt miteinander.

Während die Gemeinde erneut singt, besteigt der Pastor die Kanzel. Jetzt kommt die Predigt. Hoffentlich wird es heute spannend, denke ich. Jedes Mal wieder frage ich mich, was das eigentlich ist – eine Predigt. Ein Vortrag, eine Rede, nette Worte von jemandem, der es besser weiß als wir in den Reihen?“

Die Predigt: Von vielen wird die Predigt als Höhepunkt des Gottesdienstes empfunden. Der Predigttext ist vorgegeben. Es gibt sechs Predigtreihen (eine Reihe für ein Jahr), so dass sich alle sieben Jahre die Texte wiederholen. Die biblischen Texte sind keine toten Buchstaben, sondern in ihnen verbirgt sich Gottes Wort an die Menschen. Die Predigt stellt keinen Monolog eines Redners dar, sondern ist Dialog, ein Wortwechsel Gottes mit der Gemeinde in der Vermittlung der Pastorinnen und Pastoren, den von der Kirche ordentlich berufenen und ausgebildeten Amtsträgern. Gott steht also mit dem Pastor auf der Kanzel. Das Wort Gottes geschieht durch die Auseinandersetzung mit dem Bibeltext und seiner Aktualisierung. Der Prediger muss darauf vertrauen, dass Gottes Geist sich einmischt, sich Raum nimmt und da ist. Insofern ist die Predigt keine Selbstdarstellung, kein politisches oder theologisches Manifest, und trotzdem sollte die predigende Person erkennbar sein. Es ist eine „Gemeinschaftsproduktion“ in dem Dreieck von Gemeinde, PastorIn und Gott.

Die Gedanken, die ich aus der Predigt mitgenommen habe, kann ich nun im anschließenden Lied noch etwas schweifen lassen. Danach kommt der „Info-Block“, in dem ich erfahre, wann wieder Gottesdienst ist, wofür die Kollekte gedacht ist, die dann beim nächsten Lied eingesammelt wird.

So langsam senkt sich mein Spannungsbogen. Es folgt noch ein Gebet.“

Teil 3: Sendung und Segnung

Fürbitte: Der letzte Teil des Gottesdienstes wird von den Fürbitten eröffnet. Sie stehen auf der Schwelle zum Draußen, zum „Wieder-in-die Welt-Gehen“. Sie stellen den Weltbezug her und nimmt die Mitmenschen, unsere Nächsten in den Blick. In dem Gebet öffnen wir unseren Blick darauf, dass das Wort zur Tat wird, dass der Dienst Gottes an uns zu unserem Dienst an der Welt werden kann und soll. An das Fürbittengebet schließt sich das Vaterunser an, vertraute Worte, die die Fürbitten unterstreichen und bekräftigen.

Sendung und Segen: Zum Abschluss des Gottesdienstes stellt sich die Gemeinde unter den Segen Gottes. Das wird eingeleitet durch eine vom Pastor/von der Pastorin gesungene Sendung. „Gehet hin im Frieden des Herrn“. Ein freundlicher Rauswurf, eine Ermutigung, den Gottesdienst im Alltag, in der Welt in der kommenden Woche fortzusetzen. Unterstützung erhält die Gemeinde durch Gottes Segen, den sie vom Pastor zugesprochen bekommt.

Ein Orgelnachspiel rundet den Gottesdienst musikalisch ab.

Pastorin Anja Stadtland

 

Das Kirchenjahr (Teil I): Der Osterfestkreis

 

Wissen Sie, warum wir Pfingsten feiern? Warum an Kanzel und Altar mal ein grüner und mal ein lila Behang angebracht ist? Warum singen wir in der Zeit vor Ostern im Gottesdienst nach dem Psalm kein „Ehre sei Gott in der Höhe“?

Frühling, Sommer, Herbst und Winter, vier Jahreszeiten hat unser Kalenderjahr, manchmal scheinen sie durcheinander zu geraten, aber wir spüren und wissen genau, in welcher Jahreszeit wir uns gerade befinden.

Auch unser Kirchenjahr ist in „Jahreszeiten“, in Zyklen eingeteilt. Doch sie sind wesentlich unbekannter, haben manchmal etwas mit Schulferien zu tun, sind aber deswegen trotzdem nicht in aller Munde oder in aller Köpfe. Viele Schätze sind zu entdecken, macht man sich den Verlauf eines Kirchenjahres einmal bewusst. Wenn Sie Lust haben, auf diese Entdeckungsreise zu gehen, lesen Sie einfach weiter. In dieser und den kommenden Ausgaben des Kirchenboten möchte ich diese Reise mit Ihnen antreten.

Ich möchte meinen Ausführungen das Gedicht von Jochen Klepper „Das Kirchenjahr“ voranstellen. Es trägt, in wunderschöner gereimter Sprache, eine tiefe emotionale Ebene in den Jahreslauf ein.

 

Du bist als Stern uns aufgegangen,

von Anfang an als Glanz genaht.

Und wir, von Dunkelheit umfangen,

erblickten plötzlich einen Pfad.

Dem Schein, der aus den Wolken brach,

gingen wir sehnend nach.

 

Am Ende unserer weiten Fahrten

gabst du uns in dem Stalle Rast.

Was Stroh und Krippe offenbarten,

ward voll Erstaunen nur erfasst.

Die Zeichen blieben nicht mehr Bild,

Verheißung war erfüllt.

 

Und über Stall und Stern und Hirten

wuchs Golgatha, dein Berg, empor.

Nah vor den Augen der Verirrten

trat aus der Nacht dein Kreuz hervor.

Dort neigtest du für uns dein Haupt.

Da haben wir geglaubt.

 

Vor deines Felsengrabes Höhlung

ward hart und schwer ein Stein geklemmt.

Am Morgen kamen wir zur Ölung

und fanden nur dein Totenhemd.

Kein Fels hat deinen Weg gewehrt.

Wir folgten, Herr, bekehrt.

 

In deines Herzens offene Wunde

hast selbst du unsere Hand gelegt,

uns bis zu deiner Abschiedsstunde

mit Brot und Wein bei dir gehegt.

Die Wolke, die dich aufwärts nahm,

trug uns aus Angst und Scham.

 

Als eine Taube, lichtumflossen,

hast du dich sanft herabgesenkt,

uns mit dem Feuerglanz begossen

und die Verlassenen beschenkt.

Denn weil der Himmel offen steht,

gabst du uns das Gebet.

 

Unser christliches Jahr – das Kirchenjahr – ist an heilsgeschichtlichen Ereignissen, das heißt an dem Handeln Gottes in der Welt und an den Menschen, orientiert. Es beschreibt die immer wiederkehrende, sich wiederholende Abfolge von christlichen Festen und Festzeiten. Dabei ist es nicht ohne Einflüsse des Naturjahres und hat sich mit den jahreszeitlichen und natürlichen Bedingungen verknüpft.

Wir beginnen unsere Reise durchs Jahr mit dem sogenannten Osterfestkreis. Also mittendrin. Mit dem, was in den kommenden Monaten auf uns zu kommt.

Das Osterfest ist das älteste uns bekannte christliche Jahresfest. Erste Zeugnisse für ein christliches Osterfest stammen aus dem 2. Jahrhundert n. Chr. Es ist Ausgangs- und Mittelpunkt des Kirchenjahres, viele Impulse für das ganze Festjahr gehen von ihm aus.

Die frühchristlichen Gemeinden haben nach jüdischer Festtagspraxis das Passafest gefeiert, also das Fest der Befreiung des Volkes Israel aus der Sklaverei in Ägypten. Die Evangelien berichten, dass Jesus zum Passafest nach Jerusalem kam, dort sein letztes Mahl (Passamahl) mit seinen Jüngern feierte, bevor er verraten, gefangen genommen und gekreuzigt wurde. So entwickelte sich das Osterfest vom Passafest aus und lehnte sich sowohl in Bezug auf den Zeitpunkt als auch auf die inhaltliche Bedeutung stark an das Passafest an. Unterdrückung, Leiden und Befreiung der Israeliten wurden Deutehorizont für die Passion und Auferstehung Christi. Christus, das Lamm Gottes, dessen Blut uns schützt und rettet, erinnert an die jüdische Tradition, die Türpfosten mit dem Blut des Passalammes zu bestreichen, um die Bewohner des Hauses zu kennzeichnen und damit zu schützen vor der Strafe Gottes gegen die Ägypter, nämlich alle Erstgeborenen zu töten. Die wörtliche Bedeutung des hebräischen Wortes „Passah“: Vorüberschreiten, lässt sich im christlichen Kontext übertragen auf den österlichen Übergang vom Leiden/Mitleiden am Tod Christi zur Auferstehung, also zum neuen Leben. Mittelpunkt der christlichen Feier wurde ein nächtlicher Gottesdienst, in Anlehnung an das abendliche Passamahl. Der christliche Gottesdienst, der bis zum Morgen dauerte, begann mit einer Nachtwache und endete mit der Feier des Abendmahls. Im Verlauf des Gottesdienstes war ein wichtiger Bestandteil die Lesung der biblischen Texte (2. Mose 12 und 14) über den Auszug der Israeliten aus Ägypten und die Befreiung durch Gott.

Auch zeitlich ist unser Osterfest an dem jüdischen Passafest orientiert. So fällt jenes nach jüdischem Brauch immer auf den 15. Tag des Frühlingsmonats, des Nisan. Das christliche Osterfest ist kalendarisch seit 325 n. Chr. festgelegt auf den ersten Vollmond nach Frühlingsbeginn und darum ein „bewegliches“ Datum.

Seit dem 4. Jahrhundert begann man, die Geschichte Jesu in der österlichen Feier nachzuvollziehen. Karfreitag bis Ostersonntag, drei Tage von der Kreuzigung und dem Tod bis zur Auferstehung, waren es zuerst. Bald wurde eine Woche daraus, in der, nach dem Vorbild der Jerusalemer Gemeinde, der Weg Jesu vom Einzug nach Jerusalem (Psalmsonntag) über die Feier des letzten Mahls Jesu mit seinen Jüngern (Gründonnerstag), Karfreitag (dem Tag der Kreuzigung) und Karsamstag (dem Tag der Grabesruhe), bis zum Ostersonntag (der Feier der Auferstehung) nachgezeichnet wurde.

Die Fastenzeit, als Zeit der Vorbereitung auf die Taufe und das Fest der Auferstehung, entwickelte sich ebenfalls im 4. Jahrhundert in Anlehnung an das einwöchige Passa-Fasten im Judentum. Sie beginnt am Aschermittwoch und dauert 40 Tage – wir nennen sie Passionszeit. Bekannt in der breiteren Öffentlichkeit auch als die Zeit der „Sieben Wochen ohne“.

Die Sonntage in dieser Passionszeit stehen unter dem Vorzeichen der Erinnerung an das Leiden Christi, was sich auch in der Ausgestaltung unserer Sonntagsgottesdienste zeigt: In der Liturgie, also dem Ablauf des Gottesdienstes, verzichten wir auf das „Gloria patri“ (Ehr' sei dem Vater und dem Sohn ...) nach dem Psalmgebet in der Eingangsliturgie und auch das „Halleluja“ nach der Lesung entfällt, was den Gedanken der Buße zur Vorbereitung auf die Taufe an Ostern aufnimmt. In der Passionszeit sind alle Paramente, die Behänge von Altar, Kanzel und Lesepult in der Farbe Lila gehalten.

In dem Gottesdienst am Gründonnerstag geht es zentral um das Erinnern an das letzte Mahl Jesu mit seinen Jüngern. So finden die Gottesdienste am Abend statt und werden oft als großes Agape-Mahl, d.h. als Gemeinschaftsmahl, gefeiert. In unserer Gemeinde gibt es die Tradition, diesen Gottesdienst mit der dänischen Gemeinde und Pastorin Ea Dal gemeinsam zu feiern, wobei wir uns abwechselnd zu einem gemeinsamen Abendessen nach dem Gottesdienst in die jeweiligen Gemeinderäume einladen (siehe die Einladung in dieser Ausgabe!).

Der Karfreitag, nicht etwa Weihnachten oder Ostern, gilt für viele evangelische Christen als der höchste Feiertag im Kirchenjahr. Ob in diesem Gottesdienst Abendmahl gefeiert wird, ist oftmals umstritten. Der Hauptgottesdienst am Vormittag steht ganz unter dem Eindruck des Todes Jesu am Kreuz. In vielen Gemeinden werden Altäre abgeräumt oder abgehängt, während des Gottesdienstes Kerzen ausgeblasen und die Passionstexte der Evangelien gelesen.

In der Osternacht wird traditionell in den Sonnenaufgang hinein Gottesdienst gefeiert. Je nach Stand der Sonne beginnt der Gottesdienst also sehr früh am Morgen. Christus, das Licht, das in die Dunkelheit hinein leuchtet, ist auferstanden, und das zeichnet sich in der Zeremonie – die von Gemeinde zu Gemeinde anders ausgeprägt ist – ab. Die Osterkerze wird in die dunkle Kirche getragen und an die Feiernden verteilt. In unserer Gemeinde werden in der Regel die Konfirmanden in diesem Gottesdienst getauft. Das Aufgehen der Sonne und der Einzug des Lichtes machen für alle in der Kirche den Weg Gottes aus der Dunkelheit in das Licht der Auferstehung erlebbar.

Am Ostermorgen gibt es einen weiteren feierlichen Gottesdienst, meist als Familiengottesdienst geplant, in dem die Auferstehung Jesu im Zentrum steht. In der altkirchlichen Tradition schloss sich an das Osterfest die so genannte weiße Woche an, eine Woche, in der die an Ostern Getauften täglich das Abendmahl feierten und ihre weißen Taufgewänder trugen.

Später wurde aus diesen 7 Tagen eine österliche Freudenzeit von sieben Wochen – bis zum Pfingstfest – dem Fest der Ausgießung des Heiligen Geistes. Der Name Pfingsten leitet sich ab von dem griechischen Wort „Pentakosta“ für „50“. Es liegt parallel zu dem jüdischen Erntefest „Schawuot“, an dem auch an die Übergabe der 10 Gebote an das Volk Israel erinnert wird. Pfingsten wurde seit dem 4. Jahrhundert zu einem eigenen Fest ausgestaltet, in Anlehnung an das Osterfest wurde eine ganze Woche gefeiert, von der uns immerhin zwei Tage geblieben sind.

Zwischen dem Osterfest und Pfingsten bekam das Fest der Himmelfahrt Christi nach 40 Tagen seinen Ort. In der frühen Christenheit gab es noch kein eigenes Himmelfahrtsfest, das die Erhöhung Christi zum Inhalt hatte. Doch dem Lukas-Evangelium gemäß entwickelte sich im 4. Jahrhundert ein eigenes Fest am 40. Tag nach Ostern. Die Zahl 40 spielt dabei eine große Rolle – sie erinnert an die 40 Fastentage vor Ostern und bildet somit eine Entsprechung.

All das liegt vor uns in diesem „Quartal“, eine Festzeit durch vieles Tiefes, aber auch durch Hohes. Wir alle sind eingeladen, diesen Zyklus mit zu vollziehen, mitzufeiern, in Gottesdiensten und persönlicher Aneignung. Eine besondere Erfahrung ist es, die Karwoche bis zum Ostermontag als ganze wahrzunehmen. Eine Aufstellung der Gottesdienste finden Sie – wie gewohnt – auf der Rückseite des Boten.

Vorschau: In der nächsten Ausgabe geht es um die Trinitatiszeit!

Silvester“ des Kirchenjahres. Das ist nicht der 31. Dezember. Das Kirchenjahr beginnt traditionell mit dem ersten Adventssonntag, der auch den sogenannten „Weihnachtsfestkreis“ eröffnet.

Die Tradition der Adventszeit entstand im 5. Jahrhundert und wurde als 40tägige Fastenzeit (bis zum Epiphaniasfest am 6. Januar) begangen.

In den Gottesdiensten geht es an den vier Adventssonntagen um die Vorgeschichte der Geburt Jesu, also um Johannes, den Täufer, (den Namenspatron unserer Adelbyer Kirche), die Ankündigung der Geburt durch den Engel bei Maria. Außerdem wird auch der Blick auf die Ankündigung der Endzeit gerichtet.

 

Das Kirchenjahr Teil II: Die Trinitatiszeit

 

In der letzten Ausgabe des Kirchenboten ging es an dieser Stelle um den so­genannten Osterfestkreis, der mit Pfingsten endet. In diesem zweiten Teil soll nun die „Trinitatiszeit“ (Trinitatis: Dreifaltigkeit, Dreieinigkeit Gottes) mit ihren Besonderheiten dargestellt werden.

 

Mit dem Sonntag nach Pfingsten, dem Trinitatisfest, beginnt die „festlose Zeit“ im Kirchenjahr. Die Monate von Advent bis Pfingsten, also das erste Halbjahr des Kirchenjahres, sind gefüllt mit Festen, die an den heilsgeschichtlichen Er­eignisse des Lebens und Wirkens Jesu orientiert sind – die an Geburt, Passion und Auferstehung, Himmelfahrt und die Ausschüttung des Heiligen Geistes erinnern.

 

Der Gottesdienst an Trinitatis gehört zu den Festen im Kirchenjahr, die kei­nem speziellen heilsgeschichtlichen Ereignis zugeordnet sind, sondern es geht um ein bestimmtes Thema, nämlich das Glaubensgeheimnis der Dreiei­nigkeit Gottes. Ein Thema, das die Christenheit seit ihren Anfängen bewegt und das in bestimmten Phasen stark umstritten war. Es geht um die Frage, wie es denkmöglich ist, dass Gott einer ist und gleichzeitig drei: nämlich Va­ter, Sohn und Heiliger Geist. Auf den Konzilien, also den Kirchenversammlun­gen von Nicäa und Konstantinopel im 4. Jahrhundert, einigten die Kirchenver­treter sich nach mühsamen Verhandlungen auf das Dogma der Dreieinigkeit Gottes in Vater, Sohn und Geist, die in ihrem Wesen eins sind und eben nicht jeder allein göttliche Wesen sind. Allein über dieses Thema könnte man meh­rere Seiten füllen, für unser Thema ist entscheidend, dass dieses Glaubens­geheimnis der Dreieinigkeit Gottes seit dem 14. Jahrhundert in der ganzen Kirche gottesdienstlich gefeiert wird, eben am Sonntag nach Pfingsten. Es ist so etwas wie eine Bündelung der theologisch-heilsgeschichtlichen Ereignisse der vorangegangenen großen Feste des Kirchenjahres. Es setzt den Schluss unter Weihnachten (Geburt Jesu als Werk des Vaters), Ostern (der Auferstehung als Werk des Sohnes) und Pfingsten (der Ausschüttung, also des Wirksamwerdens des Geistes).

 

Anders als die Sonntage im Osterfestkreis haben die auf das Trinitatisfest fol­genden Sonntage keine Namen. Sie werden gezählt. 1.,2. … bis max. 27. Sonntag nach Trinitatis. Das hört sich ersteinmal langweilig an, ist es aber nicht, da jeder Sonntag seit 1978 sein eigenes inhaltliches Profil zugeschrieben bekommen hat. Das heißt konkret, dass die für die jeweiligen Sonntage vorgesehenen Evangeliumstexte den Sonntag „regieren“, den „Ton angeben“, und die anderen Lesungen (Altes Testament, Epistel) thematisch darauf abgestimmt sind. Vor allem die Gleichniserzählungen spielen dabei an einigen Sonntagen eine besondere Rolle. So geht es zum Beispiel am 5. Sonntag nach Trinitatis um das Thema „Erwählung und Nachfolge“. Im Evangeliumstext geht es um den großen Fischzug des Petrus (Lukas 5,1-11), der alttestamentliche Text hat die Berufung Abrams zum Inhalt (1. Mose 12, 1-4) und die Epistel (1. Korinther 1, 18-25) beschäftigt sich mit der Frage, wer angesichts des Kreuzes Christi zu den Berufenen gehört. Die Zusammenschau der vorgesehenen Texte hält also viele Fragen, Anregungen und Themen für den jeweiligen Sonntag bereit und es lohnt sich, sich einmal damit zu beschäftigen. Alle Sonntage zu beschreiben, ist an dieser Stelle nicht möglich, aber für alle Interessierten: In jedem Gesangbuch ist ein liturgischer Kalender mit den Textangaben abgedruckt, auch in unseren Gesangbüchern in der Kirche (ab S.1589!).

 

In die Sommermonate fällt das Johannisfest am 24. Juni, das wir in unserer Gemeinde traditionell mit einer Andacht und anschließendem Feuer auf dem Kirchplatz, begleitet vom Bläserchor, feiern. Wir gedenken der Geburt Johannes des Täufers. Dass man diesen Tag als Geburtstag Johannes des Täufers begeht, hat mit dem Sonnenstand zu tun. Nach dem 24. Juni werden die Tage kürzer. Das Johannesfest verdrängte im Mittelalter das heidnische Sonnenwendfest. Gegenstück zum Johannestag bildet im Kalender der Geburtstag Jesu, der 24. Dezember, an dem traditionell die Ankunft des Lichtes gefeiert wurde. Während die Tage mit der Geburt Jesu zunehmen, nehmen sie mit der Geburt des Täufers ab. Dem entspricht ein Satz, mit dem Johannes der Täufer einen Rangstreit zwischen den Jüngern Jesu und seinen eigenen Jüngern entschied. Er sagte — ganz bescheiden: „Er (Jesus) muss wachsen, ich aber muss abnehmen.“ (Johannes 3, 30) Zeitlich orientiert sich der Tag auch am Bericht im 1. Kapitel des Lukasevangeliums. Dort heißt es bei der Verkündigung an Maria, dass Elisabeth, die Mutter des Johannes, im sechsten Monat schwanger war.

 

Das Erntedankfest wird entweder am letzten Sonntag im September oder am ersten im Oktober gefeiert. Ihm kommt nach wie vor ein hoher Stellenwert zu. Es geht um den Dank für alles, was wir zum Leben brauchen. Oftmals wird ein Familiengottesdienst gefeiert, Altar und Altarraum werden ge­schmückt, die Erntekrone, die die Würde und Hoheit des Schöpfergottes dar­stellt, wird aufgehängt und erst am ersten Advent durch den Adventskranz ab­gelöst.

 

Lange war der 31. Oktober gesetzlicher Feiertag. Der Reformationstag hat leider an gesamtgesellschaftlicher Relevanz verloren, jedoch ist der Tag für die Protestanten ein wichtiger Gedenktag, der in einigen Gemeinden weiter­hin gottesdienstlich begangen wird. Historisch erinnert der Gedenktag an den Anschlag der 95 Thesen an die Tür der Wittenberger Schlosskirche durch Martin Luther im Jahr 1517 am Abend vor Allerheiligen. Dieses Ereignis und damit Luthers Kampf gegen den Missbrauch des Ablasshandels wird gemein­hin als Beginn der reformatorischen Bewegung angesehen und hat aus die­sem Grund großes Gewicht. Luthers reformatorische Erkenntnis, dass der Mensch ohne sein Zutun unter die Gnade Gottes fällt, und sein Wirken gegen die sogenannte Werkgerechtigkeit der päpstlichen Kirche wird durch die für den Festgottesdienst vorgesehene Lesung von Römer 3, 21-28 aufgenom­men: Der Mensch wird gerecht vor Gott allein durch seinen Glauben, nicht durch seine Werke.

 

In die Endzeit des Kirchenjahres fällt Martini, der Gedenktag an den Bischof Martin von Tours, der 316/17 geboren wurde und am 8. November 397 starb. Am 11. November wird seiner gedacht (gleichzeitig Tauf- und Namenstag Martin Luthers). Es gibt die Legende, dass Martin am Stadttor von Amiens seinen Mantel mit einem frierenden Bettler geteilt hat. Die Tradition der Lich­terumzüge kommt eher aus dem weltlichen Brauchtum.

 

Am vorletzten Sonntag im Kirchenjahr gedenken wir im Gottesdienst der Opfer von Krieg und Gewalt. Theologisch steht das Thema „Schuld und Erlösung“ im Mittelpunkt des sogenannten Volkstrauertages, der auch als Friedenssonntag bezeichnet werden kann. Das Gleichnis vom Weltgericht (Matthäus 25, 31-46) ist der vorgesehene Evangeliumstext, der auf seine besondere Weise den Blick auf das Zutun des Menschen zum Wohl der Schöpfung Gottes richtet. In unserer Gemeinde ist es Tradition, dass wir – mit einem Vertreter der kommunalen Gemeinde – einen Kranz am Ehrenmahl ablegen und an diesem Ort um Frieden in der Welt bitten.

 

Zwischen dem Volkstrauertag und dem letzten Sonntag im Kirchenjahr, dem Ewigkeitssonntag, liegt am Mittwoch der Buß- und Bettag. Das Thema der Buße ist ein altes. Schon in der Antike und im Mittelalter waren Bußtage üb­lich. In Kriegs- und Notzeiten wurden sie von der Obrigkeit verordnet, um den Zorn Gottes abzuwenden. Kriegs- und Notzeiten galten als Strafe Gottes für einen bösen Lebenswandel. So sollte an den Bußtagen das ganze Volk vor Gott treten, sich öffentlich vom Bösen abkehren und sich ganz bewusst wie­der Gott zuwenden. Als Zeichen der Buße und Hingebung war dieser Tag ein Fastentag. Im 19. Jahrhundert einigten sich die evangelischen Landeskirchen auf einen gemeinsamen Bußtag, eben am Mittwoch vor dem letzten Sonntag des Kirchenjahres. Der öffentliche Charakter der Bußtage ging allmählich verloren und wich einer privaten Bußpraxis. Dieser Tag diente nun mehr der eigenen Gewissensprüfung. Bis 1995 war er gesetzlicher Feiertag (seit 1934) und wurde dann abgeschafft, um die Mehrbelastung durch die Sozialversicherungen bei den ArbeitgeberInnen auszugleichen. (Ausnahme ist Sachsen) In vielen Gemeinden wird trotzdem Gottesdienst gefeiert, die liturgische Farbe ist violett, die Farbe für die Fastensonntage.

 

1816 wurde in Preußen der letzte Sonntag im Kirchenjahr bestimmt für die Erinnerung an die Verstorbenen. Dieses Fest für die Toten wurde auch von anderen Landeskirchen übernommen und wurde allgemein zum Totensonn­tag. Mittlerweile hat sich die Bezeichnung „Ewigkeitssonntag“ durchge­setzt, und theologisch wird der Blick gerichtet auf das ewige Leben. So steht mit der Lesung von Offenbarung 21 die allgemeine Hoffnung auf einen neuen Himmel und auf eine neue Erde im Zentrum. Es ist Tradition, in diesem Got­tesdienst die Namen aller im vergangenen Kirchenjahr in der Gemeinde Ver­storbenen zu verlesen. Dadurch wird sowohl die allgemeine Perspektive auf die Ewigkeit und die individuelle Auferstehungshoffnung für den Verstorbenen miteinander verbunden.

Und was bedeutet Trinität?

1+1+1=1 Die Trinität – Ist Gott nun Einer oder Drei?

Worum geht es bei der Trinität (der Dreifaltigkeit), die ja der Trinitatiszeit den Namen verleiht? Glauben Christen nun an drei Götter oder an einen Gott? Zumindest den strengen Monotheisten (Ein-Gott) aus dem Islam und Judentum sind wir damit durchaus suspekt.

Wir beginnen jeden Gottesdienst mit der trinitarischen Taufformel aus Matthäus 28: Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Dies ist der eine Gott, den wir bekennen, von dem wir uns im Gottesdienst eingeladen fühlen. Dieser Gott begegnet uns als lebendiges Gegenüber. Die Lehre von der Dreieinigkeit versucht lediglich zu erklären, wie Christen diesen Gott erfahren.

Die Menschen im Israel von Jesus glaubten an den einen Gott, den Schöpfer. Jesus predigte, heilte, begegnete immer wieder den Menschen ganz neu. Seine Jünger merkten irgendwann, dieser Jesus ist mehr als ein Prophet, er zeigt uns Gottes Liebe ganz und gar. In ihm spüren wir Gott. Dieser Jesus muss wesensgleich mit Gott sein, und so bekannten sie ihn als Gottes Sohn. In Jesus also, hat die allmächtige ewige Liebe Gottes Gestalt angenommen. Aber als die Jünger gemerkt hatten, wer dieser Jesus ist, da war ihnen auch klar, es war nicht ihr Vermögen, dies zu erkennen. Ihnen wurden die Augen geöffnet. Es überkam sie, wie eine plötzlich Erkenntnis, die sich einstellt, ohne, das wir später noch rekonstruieren können, wie es zu diesem Geistes-Blitz kam. Jesus als Gottes Liebe in Menschengestalt zu begreifen, ist ein großes, öffnendes Geschenk. Wenn es aber nicht die eigene Erkenntnis ist, die Gott begreifen kann, wie anders können unsere Sinne dann für Gott geöffnet werden? Es ist Gott selbst, der die Sinne öffnet. Dies ist der Geist, Gott selbst, der uns begeistert, uns in seinen Bann schlägt, der die Sinne öffnet. Dieser Geist geht schon immer von dem Vater und dem Sohn aus. Christinnen und Christen glauben an einen Gott, der sich aber in drei Seinsweisen zu erkennen gibt. Als Sohn, der die ewige Liebe Gottes zeigt, als Geist, der unsere Sinne erleuchtet und als Vater, Beginn und Ende der allumfassenden Wirklichkeit.

Ein altes Bild von der Trinität ist das gleichseitige Dreieck mit dem inneren Auge. Wir finden es ganz oben zentral auf unserem Altaraufsatz. Darüber steht Soli Deo Gloria (Gott allein zur Ehre). Im Dreieck bilden die drei Seiten eine Einheit, ohne ineinander zu verschmelzen. Als Dreieck bilden sie einen unauflöslichen Zusammenhang. Das Auge deutet auf die personhafte Wirklichkeit Gottes hin. Es geht eben nicht einfach um Geometrie.

Die Trinitätslehre versucht also nicht, Gott festzulegen. Wohl aber beschreibt sie, wie die ersten Jünger Gott erfahren haben. Als eine dynamische, in Beziehung tretende Kraft, die in ihrem Kern ewige Liebe ist. Es bedeutet: Gott erfahren wir dreimal auf unterschiedliche Weise. Gott zeigt sich den Menschen als Schöpfer durch Jesus Christus vermittelt durch den Geist.

 

 

Das Kirchenjahr Teil III: Der Weihnachtsfestkreis

 

 

Vor dem 4. Jahrhundert n.Chr. gab es außer dem Osterfest keine weiteren christlichen Feste. Erst dann, im 4. Jahrhundert, begann man, den 25. Dezember als das Geburtsfest Christi zu feiern. Der 6. Januar als das Erscheinungsfest Christi war in manchen Gebieten schon etwas früher Festbrauch. Beide Feste orientieren sich anders als Ostern und Pfingsten nicht am jüdischen Festkalender oder am Mondjahr, sondern am Sonnenjahr und haben jeweils ein festes Datum.

 

Doch wie kommt das Datum des Geburtsfestes zustande?

 

Es gibt eine religionsgeschichtliche Hypothese, die davon ausgeht, dass das Fest der Geburt Christi mit dem Fest des unbesiegbaren Sonnengottes zusammenhängt. Es liegt in der Nähe der Wintersonnenwende, was auch die Bedeutung von Jesu Geburt, nämlich den Übergang von der Dunkelheit zum Licht, der Wende vom Tod zum Leben, unterstreicht. So wird Jesus z.B. auch im Johannesevangelium als das „Licht der Welt“ beschrieben. Das Sonnenfest des römischen Götterkultes wurde also verchristlicht.

 

Es blieb nicht bei der Feier des Geburtsfestes, sondern die heilsgeschichtliche Bedeutung der Geburt Jesu fand ihren Niederschlag darin, dass – parallel zum Osterfestkreis – das eigentliche Fest eingebettet wurde in einen Festzyklus: eine Vorbereitungszeit (Advent), eine Festwoche (Oktav) und eine Festzeit (Weihnachtszeit). Schlussfest des Weihnachtsfestkreises ist der letzte Sonntag nach dem Epiphaniasfest (dem Fest der Erscheinung des Herrn).

 

Dem Weihnachtsfest geht eine drei- bis vierwöchige Vorbereitungszeit – die Adventszeit – voraus. Historisch liegt dieser Tradition der alte Brauch zugrunde, dass die Zeit zwischen dem 11. November (dem Tag des Heiligen St. Martin) und dem 6. Januar (dem Erscheinungsfest) als achtwöchige Fastenzeit begangen wurde. Diese war angelehnt an die 40tägige Fastenzeit vor Ostern und hatte die Aufgabe der Vorbereitung auf die Taufe. So war der 6. Januar ein zentraler Tauftermin, so wie auch der Ostersonntag.

 

Inhaltlich geprägt war die Adventszeit zum einen durch das Bedenken der Menschwerdung und zum anderen durch die Erwartung der Endzeit und einer damit verbundenen Bußpraxis, was bei uns in der Liturgie durch die violetten Behänge von Altar, Kanzel und Lesepult zum Ausdruck kommt. In dieser doppelten Ausrichtung von Gedenken und Erwartung bekommen die Adventssonntage eine tiefe theologische und spirituelle Dimension, die diese Zeit Jahr für Jahr zu einer besonderen macht.

 

An den Adventssonntagen geht es in den Gottesdiensten um die Vorgeschichte der Geburt Jesu, das heißt um die Empfängnis Marias und um Johannes, den Täufer, den Vorläufer und Wegbereiter Jesu. Ebenso ist die Frage nach der endgültigen Wiederkunft Christi und damit die endzeitliche Perspektive in den Adventssonntags-Gottesdiensten zentrales theologisches Thema. Für Interessierte lohnt ein Blick in die Zusammenstellung der vorgesehenen Bibeltexte, die Sie im Gesangbuch im hinteren Teil finden können.

 

Mit dem ersten Advent beginnt ein neues Kirchenjahr.

 

 

Die Bedeutung des Weihnachtsfestes ist mehr als ein Gedenken an den Tag der Geburt des Menschen Jesus. Gott erscheint auf Erden, offenbart sich uns Menschen selbst in Gestalt des verletzlichen, vergänglichen und niedrigen Geschöpfes. Gott kommt, um die Welt zu retten, nicht als machtvoller König, sondern indem er sich auf „Augenhöhe“ begibt und Menschengestalt annimmt.

 

Wir feiern in verschiedenen Gottesdiensten das Kommen Gottes in die Welt, das Kommen Jesu als Mensch unter uns Menschen.

 

So beginnt die Feier des Weihnachtsfestes bereits am Heiligen Abend, unserem zentralen Tag des Weihnachtsfestes, der in der Tradition eigentlich nur das Vorspiel war. Die Christvesper wurde in der Reformationszeit aus Ordnungsgründen als Ersatz für den Mitternachtsgottesdienst eingeführt, weil es nachts zu „Unsittlichkeiten“ kam. Mittlerweile ist die Mitternachtsmesse wieder sehr beliebt und wird auch in unserer Gemeinde, allerdings schon um 23 Uhr, gefeiert. Die Tradition der Krippenspiele geht zurück bis in das 11. und 12. Jahrhundert. Sie haben sich parallel zu den Passions- und Osterspielen entwickelt und hatten lange eine vom Gottesdienst losgelöste Stellung. Heute finden sie gerade bei Kindern großes Interesse. Wer einmal einen Krippenspielgottesdienst bei uns in Adelby um 15 Uhr besucht hat, wird das bestätigen können.

 

Die Ausdehnung des Weihnachtsfestes auf zwei Feiertage geht auch auf die Reformation zurück.

 

 

Von der Zeit nach dem Christfest sprechen wir als der „Weihnachtszeit“. Sie reicht vom 25. Dezember bis zum Sonntag nach Epiphanias (Erscheinungsfest), der als der Tag der Taufe Jesu gefeiert wird. Neben dem Osterfest hat Weihnachten im Kirchenjahr eine eigene Festwoche - „Oktav“ genannt. Sie reicht bis zum 1. Januar. Der 26. Dezember ist dem Erzmärtyrer Stephanus gewidmet, der 27. Dezember ist der Tag des Apostels und Evangelisten Johannes und der 28. Dezember gedenkt der „Unschuldigen Kinder“, die durch den Befehl des Königs Herodes ums Leben gekommen waren. Der 1. Januar wird sowohl als Neujahrstag begangen als auch im Gedenken an die Beschneidung und Namensgebung Jesu gefeiert. Luther hatte sich gegen die Feier des bürgerlichen Neujahrsfestes in der Kirche ausgesprochen, denn für ihn begann das neue Jahr mit Weihnachten und dem Einzug Gottes in die Welt.

 

Nachdem das Weihnachtsfest besonders den Gedanken der Erniedrigung Gottes in seinem Kommen in die Welt und unter die Menschen betont, steht beim Epiphaniasfest (griechisch: epiphania: Erscheinung) am 6. Januar, das volkstümlich auch „Fest der Heiligen drei Könige“ genannt wird, der herrschaftliche Aspekt der Menschwerdung Gottes im Zentrum. Der Gottessohn kommt in seiner ganzen Herrlichkeit und Macht, um die Welt zu erneuern. Das Lichtmotiv steht stark im Vordergrund. Evangeliumstext im Gottesdienst ist Mt 2, 1-12, die Geschichte von den Weisen aus dem Morgenland, die das Kind anbeten und beschenken. Stark damit verbunden ist die in die Welt ausstrahlende Bedeutung der Geburt des Gottessohns. Der Stern, dem auch die Weisen gefolgt sind, soll auch uns Menschen leiten, das Kind in der Krippe, den Sohn Gottes in seiner ganzen Herrlichkeit zu finden.

 

Die Sonntage nach Epiphanias, die die sogenannte „Epiphaniaszeit“ prägen, hängen inhaltlich an der Theologie des Epiphaniasfestes. So geht es am 1. Sonntag nach Epiphanias um die Taufe Jesu, am 2. Sonntag offenbart sich die Herrlichkeit Jesu in der Umwandlung von Wasser zu Wein in der Geschichte von der Hochzeit zu Kana, und auch in den darauffolgenden maximal vier weiteren Sonntagen geht es um Wunder, die die Herrlichkeit Gottes herausstellen. Der letzte Sonntag nach Epiphanias, mit dem der Weihnachtsfestkreis endet, ist das „Fest der Verklärung Christi“, das die liturgische Farbe weiß trägt. Der Blick wird schon auf die Osterzeit gelenkt, der Weg der Jünger nach Jerusalem wird schon deutlich, im Evangelium für diesen Sonntag werden sie Zeugen der Erscheinungen Christi auf dem Berg der Verklärung.

 

 

 

Den Ablauf wie er in der Kirche zum Mitlesen ausliegt finden Sie hier als PDF-Datei

 
Abendmahl

Das Abendmahl

„Und während sie aßen, nahm Jesus das Brot, dankte und brach es und gab es ihnen und sprach: Nehmt, das ist mein Leib. Und er nahm den Kelch und dankte und gab ihnen den; und sie tranken alle daraus. Und er sprach zu ihnen: Das ist mein Blut des neuen Bundes, das für viele vergossen wird. Wahrlich ich sage euch: Ich werde fortan nicht trinken vom Gewächs des Weinstocks bis zu dem Tag, an dem ich neu trinke im Reich Gottes.“ (Markusevangelium 14, 18-25)

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