Abendmahl PDF Drucken E-Mail

Das Abendmahl

„Und während sie aßen, nahm Jesus das Brot, dankte und brach es und gab es ihnen und sprach: Nehmt, das ist mein Leib. Und er nahm den Kelch und dankte und gab ihnen den; und sie tranken alle daraus. Und er sprach zu ihnen: Das ist mein Blut des neuen Bundes, das für viele vergossen wird. Wahrlich ich sage euch: Ich werde fortan nicht trinken vom Gewächs des Weinstocks bis zu dem Tag, an dem ich neu trinke im Reich Gottes.“ (Markusevangelium 14, 18-25)

Am Abend vor seinem Tod, am Gründonnerstag, saß Jesus mit seinen Jüngern beim Mahl. Hier kündigte er nicht nur seinen baldigen Tod an, sondern auch seine Gegenwart unter den Menschen, wann immer sie in seinem Gedächtnis miteinander das Mahl feiern.

Genau dieser letzte Abend ist im unteren Teil unseres Altarbildes dargestellt.Das untere Altarbild Jesus erhebt den Kelch, der neues Sinnbild der Gemeinschaft wird. So ist das Abendmahl zum festen Bestandteil unseres Gottesdienstes und, als zweites Sakrament neben der Taufe, zentraler Ausdruck der Gemeinschaft mit Gott und untereinander. Die Taufe nimmt in die Gemeinschaft auf, das Abendmahl erneuert und vergewissert diese Gemeinschaft mit Jesus Christus immer wieder.

Viele Motive schwingen im Abendmahl mit, die Erinnerung an damals, die Vergebung der Sünden als Neuanfang in der lebendigen Gemeinschaft, die Vorfreude auf die Erlösung mit dem himmlischen Festmahl, die wir schon jetzt – für einen Moment, bei aller Verschiedenheit in der Gemeinschaft, spüren dürfen.

So lebten die ersten Christen in kommunitären Basisgemeinschaften, in denen alles geteilt wurde. Abends wurde zusammen gegessen und zur Erneuerung der Gemeinschaft aus einem Kelch getrunken. In dieser Gemeinschaft, der Leib Christi wie Paulus schreibt, ist Jesus leibhaftig gegenwärtig.

Diese Vorstellung einer Gemeinschaft ist Kern des Abendmahles. Für einen Moment verbunden sein – in Christus – in der Gemeinschaft – in Liebe. Für einem Moment Gegensätze und Unsicherheiten überbrücken. Für einen Moment spüren – und schmecken – wie es dereinst sein wird im Himmelreich. Sein wie wir geschaffen sind – ohne Furcht, ganz angenommen.

Dies waren die Motive, die den Kirchenvorstand bewogen haben, den ursprünglichen Gemeinschaftsgedanken im Abendmahl wieder stärker in unseren Gottesdiensten zu betonen. Mit Beginn des neuen Kirchenjahres  im Advent 2009 wird statt mit Einzelkelchen Abendmahl wieder mit den großen Kelchen gefeiert. Diese Entscheidung wird auch Thema der Gemeindeversammlung am 25. April 2010 sein und wird vom Kirchenvorstand nach einem Jahr evaluiert.

Zur Feier:

Alle sind eingeladen, auch Kinder (im Kelch ist immer Traubensaft). Sie kommen mit freien Händen nach vorne. Unser Altarraum bietet an, einen großen Kreis rund um den Altar zu bilden und so stärker Gemeinschaft zu erleben. Die Möglichkeit zu knien gibt es selbstverständlich auch weiterhin an den Seiten des Altars.

Natürlich nehmen wir hygienische Sorgen dabei sehr ernst, gerade in Zeiten von ansteckenden Krankheiten.

Als Brot teilen wir Oblaten aus. Diese können Sie essen oder auch zunächst in der Hand behalten.

Wenn Sie die Oblate gegessen haben, sind ihre Hände frei, aus dem Kelch zu trinken. Es trinken immer nur 4 Menschen aus einem Kelch, der jeweils um ein Viertel gedreht wird. Anschließend wird der versilberte Kelchrand mit reinem Alkohol gesäubert.

Sie haben auch die Möglichkeit, die Oblate in der Hand zu behalten und in einen Kelch zu tauchen. Damit dies wirklich hygienisch einwandfrei ist, bieten wir einen gesonderten Tauchkelch an.